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„Pacem te poscimus"

- Auftakt des Kulturjahres 2015 in Heltau „Nulla salus bello, pacem te poscimus omnes" („Kein Heil ist im Krieg, denn Frieden erbeten wir alle von dir"). Dieses Zitat aus der Aeneis von Vergil sei 1505 an der Mauer der damals katholischen heute evangelischen Kirche in Sächsisch Regen angebracht worden, sagte Stadtpfarrer Zoran Kézdi in seiner Predigt am Festtagsgottesdienst zum Tag der offenen Tür in der evanglischen Kirche in Heltau am Sonntag. Der Tag der offenen Türen war nämlich zugleich auch der Auftakt des Kulturjahres 2015, das die evangelische Kirchengemeinde Heltau unter das Motto „Friedensmelodie" gestellt hat. Das eigens dafür von dem bekannten Hermannstädter Künstler Stefan Orth gestaltete Logo prangte auf einem Banner am Eingang in die Kirchenburg, dazu hatte Orth eine Ausstellung mit Gemälden und Grafiken im Innenraum der Kirche eingerichtet. Die Veranstaltung beehrten mit ihrer Anwesenheit die deutsche Konsulin Judith Urban und der Vorsitzende der HOG Heltau Heinz Hermann, die Stadtpfarrer Kézdi herzlich begrüßte. Mit diesem Tag der offenen Türen wolle, so Kézdi, die evangelische Kirchengemeinde der Heltauer Gemeinschaft und darüber hinaus allen Gästen von nah und fern zeigen, „welche Schätze unsere Kirchenburg bringt". Zeigen wollte man dies alles auch im Zeichen des Friedens, der ein „zutiefst christliches und menschliches Anliegen" sei. Kein Gut sei so wertvoll und beschützenswert, sagte Kézdi und brachte den anlässlich der Landung des deutschen Astrnauten Alexander Gerst von Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des DLR, beschriebene Overview-Effekt bei Alexander Gerst ins Gespräch: „... erstens wie dünn die uns schützende Atmosphäre ist – das hat er immer wieder mal gesagt - , dass die Grenzen, die für uns auf der Erde so fürchterlich wichtig sind, von da oben nicht erkennbar sind, und dass ihn die kriegerischen Auseinandersetzungen, die wir immer wieder auf der Erde haben, die er leider auch beobachten musste, belastet". Insofern sollte man eine „neue Perspektive" einnehmen und den Blick auf den werden, der in der Bibel als „Friedensfürst" bezeichnet wird. Das Programm des Kulturjahrs-Auftaktes war dicht gestaltet und sehr interessant: Von der Vernissage im Hof der Kirchenburg, wo im Wehrgang die im Vorjahr im Teutsch-Haus Hermannstadt gezeigte Ausstellung mit Werken des Architekten Frith Balthes zu sehen ist, über eine Photoausstellung im Turm bis hin zu einem Blasmusikkonzert mit For Musica und einer Darbietung der Kindertanzgruppe im Pfarrgarten. Es war für alle gut gesorgt, auch mit Kaffee und Kuchen, sowie Gegrilltem und auch eine Büchertheke war aufgebaut worden. Ein Besuch in der Heltauer Kirchenburg lohnt sich immer.

Beatrice Ungar, Hermannstädter Zeitung Nr. 2433 vom 5. Juni 2015