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Sebastian Hann Drucken E-Mail

Vom Arbeitslosenprojekt zum Kunsthandwerk

Der Arbeitslosenkreis

1998 gab es Massenentlassungen aus den Textilwerken Heltaus. Von rund 5500 Angestellten blieben 500 um den Betrieb abzuwickeln. Bei einer Bevölkerung von 15.000 Einwohnern, wobei der Arbeitsmarkt schon vorher ausgetrocknet war: eine Katastrophe. So stieg die Arbeitslosenrate auf circa 80%. Da aus dem Textilwerk vorwiegend Frauen entlassen wurden gründete die Kirchengemeinde Heltau einen ökumenischen Arbeitslosenkreis. In kürzester Zeit trafen sich rund 80 Frauen unter dem Dach der Kirche. Der Inhalt der Treffen war vielfältig. Gruppentherapie, Arbeitsmarktkontake, Übungen für Vorstellungsgespräche, Feste und sozialer Einsatz wechselten einander ab.

Ebenfalls wechselten auch die Frauen des Kreises. Manche fanden Arbeit und verließen das Projekt, neue Mitglieder kamen hinzu. Die größte Sorge blieb aber das fehlende Einkommen, welches ganze Familien unter die Armutsgrenze drückte. Mit Hilfe des deutschen Weltgebetstagkomitees konnten erste Schritte zu einem einkommenschaffenden Projekt getan werden. Die Frauen organisierten Basare, für Touristen der Kirchenburg wurden einfache handwerkliche Produkte hergestellt. Garten und Hausarbeit wurde angeboten.

Das Jugendprojekt

Dank einer Finanzierung der "Edith-Haberland-Wagner" Stiftung konnten ab 2000 gezielt Werkstätten für trationelles Handwerk eingerichet werden, Kurse und Stipendien ausgeschrieben werden. Es wurde Werbematerial für Touristen gedruckt und ein Verkaufsraum im Außenring der Burg eingerichtet. Die Jugend- und Frauentätigkeiten flossen langsam zusammen.

Sebastian Hann

Als Namenspatron für den Verkaufsladen - aber auch für das ganze Projekt - wurde Sebastian Hann erwählt. Er war der bedeutendeste Handwerker Siebenbürgens, ein Goldschmied (* 1644 in Leutschau +1713 Hermannstadt). Im Heltauer Kirchenschatz findet sich mindestens eine Arbeit seiner Hand. Bis zum zweiten Weltkrieg gab es auch den "Sebastian-Hann" Verein (gegründet 1904 durch Emil Sigerus). Dessen Zielsetzungen waren: Denkmalpflege, Förderung des Kunstgewerbes, Sammlung einheimischer Muster, Vertrieb von Kunstdrucken. In seinem Sinne will das Heltauer Projekt auch weiter wirken.

Kunsthandwerk - Heute

Die Arbeitslosigkeit in Heltau hat abgenommen. Leider auch wegen Auswanderung von jungen Menschen auf die Arbeitsmärkte in Spanien, Italien und Deutschland. Aber auch etliche Firmen haben neue Niederlassungen in Heltau eröffnet. Die Werkstätten von "Sebastian Hann" bestehen weiter und bieten handwerkliches aus Heltau und Michelsberg an. Handweberei nach traditionellen siebenbürgischen Mustern, Keramik und Strohlflechterei aus Michelsberg, urwüchsige Filzprodukte aber auch Holzarbeiten der Romas aus Prislop bei Michelsberg werden angeboten. Dadurch wird dem Kunsthandwerk eine Chance für die Zukunft gegeben - aber auch Menschen geholfen ihr tägliches Brot zu verdienen. Ein Mosaiksteinchen zur Bewahrung von Identität.

Sie finden den Laden "Sebastian Hann" im Aussenring der Kirchenburg im Zentrum von Heltau. Sie können auch gerne Kontakt über unser Pfarramt aufnehmen.

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Der Sebastian Hann Laden feiert 2010 sein 10-jähriges Bestehen. Lesen Sie HIER einen Artikel dazu.