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Bericht Cherson Drucken E-Mail

UNTERWEGS DURCH DIE UKRAINE /VON UWE SEIDNER

Am 3. Juli dieses Jahres (2007) trat eine Gruppe von jungen Studenten der ESG (Evangelische Studentengemeinde) aus Hermannstadt und Heltau eine Reise in die Ukraine an. Seit einigen Jahren pflegt die evangelische Kirche Siebenbürgens eine Partnerschaft mit der deutsch–lutherischen Kirche der Ukraine.

 

Diesmal haben wir uns vorgenommen, uns mit Jugendlichen in der Ukraine auszutauschen und die Sachlage der evangelischen Kirche kennen zulernen. Unsere Reiseziele waren hauptsächlich Odessa, dann Cherson, die Partnergemeinde von Heltau, schließlich Jalta auf der Krim.

Vom 2. auf den 3. Juli, um Mitternacht, begann unsere Reise in den Osten. Wir hatten eine lange Strecke bis Odessa zu bewältigen. Die Fahrt führte durch Südbessarabien, weil wir die Phantomrepublik Transnistrien umfahren mussten.

In Sarata angekommen, suchten wir die ehemalige deutsch–evangelische Kirche auf, die in den neunziger Jahren aus deutschen Fördermitteln instandgesetzt wurde. Heute wird sie von den Evangeliumschristen und Baptisten genutzt.

Den nächsten Aufenthalt legten wir in Bilhorod–Dnjistrowsky ein. Einst als Cetatea Alba bekannt, galt dieser Ort als östlichste Grenze de mittelalterlichen Reiches von Stefan dem Großen. Heute noch kann man die Ruinen der alten Festung bewundern.

So wie geplant, kamen wir am späten Nachmittag des 3. Juli beim evangelischen Bischofshaus in Odessa an und wurden da von Pastor Alexander Gross empfangen. Das Haus der Kirche St. Paul in Odessa ist in den 90ger Jahren von der bayrischen Landeskirche saniert worden, nachdem es von der Stadt zurückerstattet wurde.

Am Dienstag, dem 4. Juli, war ein Treffen mit Jugendlichen aus Odessa geplant. Wir sollten den jungen Leute einiges von der Jugendarbeit der evangelischen Kirche aus Siebenbürgen vermitteln und einiges über ihre eigenen Tätigkeiten erfahren.

Am Mittwoch, dem 5. Juli, trafen wir auch mit Pastor Gross zusammen, und die Mitarbeiter der Jungend erzählten uns mit Multimediabegeleitung vieles über ihre Jugendarbeit.

Am Abend schließlich gingen wir zum Bahnhof, um mit dem Nachtzug nach Kiew zu fahren. Kurz vor elf fuhr unser Zug los.

Frühmorgens in Kiew angekommen, trafen wir uns mit Fräulein Marina Sadova, einer Mitarbeiterin der Jugend der evangelischen Gemeinde.

Unser Tag fand nach der hervorragenden Führung von Fräulein Marina seinen Ausklang an den Ufern des Dneprflusses, wo wir noch eine Weile gemütlich beisammen sein konnten, bevor unser Nachtzug wieder Richtung Odessa abfuhr.

Am nächsten Tag waren wir als offizielle Gäste eingeladen beim Stadtfest „Kupalsky Zori“ in Gola Pristan, einer kleinen Stadt am Dnepr. Gola Pristan ist zugleich eine Hafenstadt, die in der Zeit der Zarin Katharina der Großen von deutschen Siedlern gegründet wurde. Hier haben wir uns als Gäste registrieren lassen.

Am nächsten Tag, dem 9. Juli waren wir beim Bürgermeister eingeladen, um weitere Details einer möglichen Partnerschaft zu besprechen und Kontaktadressen auszutauschen.

Dann machten wir uns auf den Weg nach Cherson. Nachmittag um 14 Uhr sollte der Gottesdienst mit der Gemeinde stattfinden. Die Predigt hielt Vikar András Bandi aus Neppendorf und die Liturgie habe ich übernommen.

In diesen wenigen Tagen in Cherson haben wir viel Aufbauendes festgestellt. Die Gemeindesituation hat sich nach unseren Eindrücken stabilisiert.

Unsere Reise ging weiter auf die Krim. Da durften wir in dem Haus, in dem der evangelische Pfarrer Michael Wolf in Miete wohnte, diese paar Tage übernachten. Am Dienstag, dem 11. Juli machten wir einen Tagesausflug Richtung Sewastopol.

Donnerstag, den 13. Juli besuchten wir den weltberühmten Konferenzpalast von Liwadija, wo 1945 Roosvelt, Churchill und Stalin zu Gesprächen eintrafen, um das Schicksal Europas zu besiegeln.

Schließlich fuhren wir am Samstag, dem 15. Juli über einen Landstreifen durch das Asowsche Meer in den Norden der Krim, um dann letztendlich von da aus die Heimreise anzutreten.

Im nächsten Jahr erwarten wir den Gegenbesuch der Freunde aus der Ukraine.

Unsere Reise wurde nur durch die Unterstützung einiger Sponsoren und Mithelfern ermöglicht. Insbesondere bedanken wir uns bei dem Martin Luther Bund in Erlangen, der Siebenbürgisch Sächsischen Stiftung, dem Deutschen Konsulat in Hermannstadt, Frau Dr. Barbara Schöfnagel, Sozialattache der österreichischen Botschaft, dem Verein Initiativa Christiana in Heltau, Pfarrer Fritz Pahlke und der Pfarrgemeinde Essen, Pfarrer Dietrich Galter und der Kirchengemeinde Neppendorf, Dechant Stefan Cosoroaba und der Kirchengemeinde Heltau.

Uwe Seidner, Vikar in Heltau