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Partnergemeinde Cherson/ Ukraine Drucken E-Mail

In der Zeit des dramatischen Einbruches der 90' Jahre – die in der Evangelische Kirche in Rumänien den Verlust eines Großteils ihrer Mitglieder durch Auswanderung nach Deutschland bedeutete – waren es ausländische Partnerkirchen und Institutionen, die einen Neuanfang logistisch und materiell unterstützt haben. Da sich nun die Lage mittlerweile langsam stabilisiert, hat in der Kirche ein Umdenken eingesetzt: vom Empfänger allmählich zum Geber werden.

Heltau gehört zu den ersten Gemeinden der evangelischen Landeskirche die den Schritt vom Empfänger zum Geber gewagt hat. Dieser Prozess des Umdenkens ging Hand in Hand mit der Erkenntnis, dass zurzeit finanziell wenig, jedoch was die Weitergabe von Erfahrung und die Vermittlung von Hilfe sehr viel geleistet werden kann.

Die Wahl fiel auf die Gemeinde Cherson der DLKU (Deutsch-Lutherische Kirche der Ukraine), nicht zuletzt, weil die Situation in der Ukraine der in Rumänien teilweise gleicht. Die kleine Gemeinde in Cherson geht auch auf eine deutschsprachige Gemeinde zurück, allerdings ist diese während der Wirren eines Jahrhunderts Kommunismus zerschlagen worden oder in den Untergrund gegangen. Die evangelische Kirche in der ehemaligen Sowjetunion hatte ein unvergleichlich schwereres Schicksal als diejenige in Rumänien. An den Folgeerscheinungen leidet die – neu ins Leben gerufene – Evangelische Kirche heute noch. Nach der Wende (1996) hat sich die Gemeinde Cherson neu konstituiert. Das Kirchgebäude, welches die Gemeinde in der Vorkriegszeit besaß, wurde in der kommunistischen Ära abgerissen, so dass die Gottesdienste an unterschiedlichen Orten stattfanden. Die Zahl der Mitglieder in den Jahren nach der Neukonstituierung schwankte stark, da sie auch von Auswanderung betroffen ist. Sie scheint heute bei etwa 80 zu liegen. Eine Stabilität ist noch lange nicht erreicht.

Der Anfang der Partnerschaft liegt im Jahre 2001. Seit damals fanden immer wieder gegenseitige Besuche statt. Gemeindemitglieder aus Cherson besuchten Heltau, Kinder aus Cherson nahmen an der Kinderbibelwoche statt und Delegationen aus Heltau konnten fast in jedem Jahr für einige Tage in Cherson sein und dabei immer auch kleine Hilfsleistungen weitergeben.

Die Gemeinde selber macht in den letzten Jahren viele Veränderungen durch: Durch die zahlreichen Aus-, Ab- und Zuwanderungen hat sie – im Zeitraum 2003-2005 binnen zweier Jahre – quasi fast eine „Erneuerung“ von Grund auf erfahren. Auch wenn sie inzwischen russischsprachig geworden ist, lebt die Erinnerung an die Deutschsprachigkeit in der Gemeinde fort und wird auch punktuell gepflegt. Wie fast überall fehlt es auch in Cherson ganz besonders an einem geeigneten Raum zur Feier des Gottesdienstes. Notlösungen, wie ein herabgekommenes Gesundheitshaus oder ein kleiner Klassenraum in einer Schule, konnten über diesen Mangel nur begrenzt hinweghelfen. Die Gemeinde - in der die Gemeindeprädikantin die Hauptlast der Gemeindearbeit trägt (Pfarrer Löffler, dem die Gemeinde zugeordnet ist, wohnt in Schlangendorf und besucht die Gemeinde in Abständen) – hat allerdings den mutigen Plan gefasst, mit dem Bau einer Kirche zu beginnen. Die Bauarbeiten haben in diesem Jahr begonnen.

 

Im Jahr 2005 besuchten gleich zwei Delegationen aus Heltau die Partnergemeinde Cherson: im März eine Gruppe von Studierenden unter der Leitung von Vikar Dionisie Arion, im Herbst eine offizielle Delegation aus Vertretern der Kirchengemeinde und der Stadt Heltau. Anlässlich dieses letzten Besuches unterzeichneten die Bürgermeister – durch Vermittlung der beiden Gemeinden – eine Partnerschaft zwischen den beiden Städten. Bei diesen Besuchen wird auch immer der Sitz der DLKU aus Odessa besucht, wo die evangelische Landeskirche aus Rumänien sich bei Fortbildungen von Prädikanten engagiert. Letzteres ist auch eine Folge der Partnerschaft Heltau-Cherson.