Neuigkeiten
Jungschar und Deutschklub Drucken E-Mail

Zu kreativem Gestalten und viel Spaß kommen die Jugendlichen von der 4. bis zur 7. Klasse unter der Leitung von Frau Irma Walter zusammen. Das deutschsprachige Programm ermöglicht den Jugendlichen im zwanglosen Rahmen ein sinnvolles Zusammensein. So manche Bastelarbeit hat sich auf den Regalen zu Hause schon angesammelt, Erinnerungsstücke an schöne Samstagsstunden im Burgcafé. Darüber hinaus erlauben die praktischen Arbeiten den Kindern, ihre Deutschkenntnisse einzusetzen und zu erweitern. Als es das Wetter dann endlich erlaubte, gab es so einige Aktivitäten im Freien: Spiele im Pfarrgarten, eine Wanderung auf den Götzenberg, Bogenschießen im Pfarrgarten, eine Fahrradtour nach Freck. Wir danken Herrn Dr. Konrad Gündisch für die freundliche Unterstützung des Programms.

Irma Walter

 
Bogenschießkurs im Pfarrgarten Drucken E-Mail

Eine Reihe von Kindern hat anlässlich des Tages der offenen Türen die Möglichkeit wahrgenommen, sich am Bogenschießen zu versuchen. Dieser Sport ist geeignet, in den Kindern Geduld und Koordination zu fördern, ohne die es gar nicht so leicht ist, die Schießscheibe zu treffen.
Die Kinder lernten die Grundregeln des Bogensports: die gegenseitige Rücksichtnahme, sorgfältige Behandlung des Bogens und der Pfeile, Körperhaltung und Körperbeherrschung und machten begeistert und aufmerksam mit.

Irma Walter

 
Unsere Praktikantin stellt sich vor Drucken E-Mail

„Im Grunde sind es die Begegnungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben."

(Wilhelm von Humboldt)

Dieses Zitat gab mir meine besten Freunde mit auf den Weg nach Rumänien.- Nach Heltau um genauer zu sein. Doch dass ich diesen, wahrscheinlich genauso simplen, wie genialen Gedanken, in der Zeit meines Praktikums nicht nur in Erinnerung behalten, sondern so weit verinnerlichen werde, um nach diesem Vorsatz schon fast sogar leben zu können, war mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst. Natürlich fiel es mir schwer, Abschied zu nehmen von all meinen Lieben, als es nun hieß für die nächsten vier Monate weg zu gehen, das häusliche Nest zu verlassen, die Reise ins Ungewisse zu beginnen. Was mich wohl dort erwarten würde? Ob ich mich mit den Leuten verstehen werde? Tausende solche Fragen schwirrten mir noch am Flughafen durch den Kopf. Doch nun hieß es, zumindest für eine Zeit, Geschwistern, Eltern, Verwanden und Freunden Ade zu sagen und auf eigenen Füßen stehen zu lernen. Vielleicht war es zum Teil ein Sprung ins kalte Wasser, den ich nun machte. Zum ersten mal für längere Zeit alleine von zu Hause wegzugehen, in ein Land dessen Sprache ich nicht beherrsche, und dort neben den Aufgaben,
die in dem Praktikum auf mich zukommen werden, auch noch den Haushalt zu führen. Doch nun war die Zeit dafür gekommen. Schließlich war es meine eigene Entscheidung nach dem Abitur eine Weile wegzugehen und nun sollte ich dies auch in die Tat umsetzen. Wie oft hat man von der Oma gesagt bekommen „Aber Kind du bist doch erst 19 und du willst wirklich gleich so weit weg?" Oder wie oft stand meine Mutter weinend vor mir, weil ich mich zu diesem Schritt entschlossen hatte? Wie oft hatte man von Klassenkameraden verständnislose Blicke geerntet als sie erfuhren, dass ich vor hatte, nach Rumänien zu gehen? All das machte das Koffer packen, das Abschied nehmen und schließlich das Einsteigen in das Flugzeug nicht gerade einfacher. Auch der Gedanke, dass meine Cousine ihr Austauschjahr in Brasilien nach einigen Monaten abgebrochen hat, weil das Heimweh sie zu sehr geplagt hatte, ließen meine Füße immer schwerer werden, als ich alleine durch die Passkontrolle zum Flugzeug ging. Doch ich wagte den Absprung und dies ist wirklich gut so. Es ist war wie ein Sprung von einer Klippe ins Meer. Der Aufstieg ist anstrengend und mit jedem Meter, den man an Höhe gewinnt, zweifelt man mehr und mehr daran, dass man den Absprung schaffen wird. Wenn man dann auf der Spitze der Klippe angekommen ist und hinunter ins Meer schaut, dass nun so entsetzlich hoch erscheint, dass man am liebsten wieder umkehren würde, hinunterklettern sollte, und weiter machen, als sei nie irgend etwas gewesen. Doch genau in diesem Moment packt einen der Ehrgeiz, der mit der Mutlosigkeit ringt, bis er sie überwindet, die Kraft die eigenen Grenzen zu überwinden. Wie von selbst lösen sich die Füße vom felsigen Grund und man springt. Natürlich fällt man nach dem Absprung und taucht in die Tiefen des Meeres ein, doch man fällt nicht nur: Voll mit Adrenalin saust man nun in die Tiefe, man fliegt. Es ist, als hätte niemand mehr Einfluss auf einen selbst, außer vielleicht die Gesetze der Physik, man ist sein eigener Herr, man ist frei! Diese selbst gewonnene Freiheit beflügelt. Man ist alleine abgesprungen, man hat es alleine geschafft und genau dieses Gefühl schenkt einem die Kraft und den Mut sich immer wieder selbst herauszufordern, immer wieder den Absprung zu wagen. Ich weiß nicht was gewesen wäre, wenn ich umgekehrt wäre und den Absprung ins Ungewisse, nach Rumänien, nicht gewagt hätte. Vermutlich würde ich es zutiefst bereuen, gekniffen zu haben, denn die Chance, etwas so einzigartiges zu erleben, bietet sich schließlich nicht jeden Tag. Ich kann nicht sagen, was ich jetzt zu Hause machen würde, aber wahrscheinlich wäre ich nicht so glücklich wie ich es gerade bin. Ich konnte in den vier Wochen, die ich bereits in Heltau verbracht habe, schon so viel erleben, so viele Leute kennen lernen, so viele interessante Gespräche führen und viele Erfahrungen sammeln, dass ich schon jetzt behaupten kann, dass Humboldt, mit dem was er sagt, Recht hat! Es sind die Begegnungen mit den Menschen, die dem Leben den Wert geben. Nehmen wir doch beispielsweise mal den Bereich Tourismus, in dem ich tätig bin, heraus: Sehr wahrscheinlich werde ich die meisten Touristen nie wieder sehen, wenn ich ihnen die Kirchenburg gezeigt habe und sie weiterreisen. Natürlich hat man als Kirchenführer freundlich zu sein, aber objektiv gesehen ist es nicht nötig fremden Leuten, was sie zumindest zu Beginn einer Führung noch sind, persönliche Dinge, Erfahrungen die ich machen durfte zu erzählen. Und doch mache ich es gerne. Es scheint mir meine Pflicht zu sein in den wenigen Minuten, die mir während der Führung zur Verfügung stehen, so viel von meiner Begeisterung, die ich hier entwickeln durfte, weiterzugeben und sie mit anderen zu teilen. Selbstverständlich ist es bei jeder Führung im Grunde das Gleiche, dass man den Besuchern zur Kirchenburg, ihrer Geschichte, ihrer Einrichtung und Ausstattung und ihren Legenden erzählt, aber ist es deswegen langweilig? Diese Frage kann ich ganz klar verneinen, denn es sind immer wieder neue Kontakte die man schließt, immer wieder neue Menschen, die man kennen lernt, immer wieder neue Lebensgeschichten, die man erfährt. Genau dies sind die Begegnungen, die Humboldt anspricht, dies ist das was das Leben ausmacht.
Genauso ist es auch in dem zweiten großen Gebiet in dem ich tätig bin: die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Wobei, kann man wirklich Arbeit dazu sagen? Ich denke nicht. Viel mehr ist es auch hier der Umgang mit ihnen, die Gespräche die man führt. Können Sie sich vorstellen, wie es ist, wenn man Kinder erst zwei oder drei mal gesehen hat und sie zu einem kommen und einen umarmen, weil sie sich einfach freuen, einen zu sehen? Es ist diese kindliche Unschuld und Ehrlichkeit, die aus ihnen heraus spricht. Das ist wohl die Eigenschaft, die wir alle einmal hatten und die viele von uns verloren haben, sei es durch Enttäuschungen, die wir erfahren mussten, oder andere Begebenheiten. Meiner Meinung nach sollten wir uns die Kinder zum Vorbild nehmen und sie unsere Lehrmeister sein lassen, dass sie uns helfen, uns diese kindliche Ehrlichkeit zumindest teilweise wieder aneignen zu können, denn nur durch die beschriebene Ursprünglichkeit können die Begegnungen zwischen den Menschen auch Begegnungen der Herzen werden. Und ist dies nicht genau das, was wir von dem Leben im Unterbewusstsein erwarten? Die Tatsache, dass wir ein Zuhause finden? Ich denke, ich habe das Glück hier in Rumänien, im besonderen in Heltau ein zweites Zuhause gefunden zu haben. Aus diesem Grund bin ich mir auch sicher, dass die restlichen drei Monate meines Praktikums einmalig werden und ich noch oft die Chance haben werde, den Absprung von der Klippe ins kühle Meer zu wagen. Wie es nach der Zeit hier allerdings genau weitergehen soll, kann ich noch nicht genau sagen, weil man zwar an zwei Orten Heimat haben und sie im Herzen tragen kann, sich jedoch nur in der einer physisch befinden kann.

Franziska Ries, 19, Hargesheim/ Heltau

 
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