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Handwerk
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Siebenbürgen, als Land in dem die Vergangenheit bis in die Gegenwart hineinreicht, pflegt noch Kontinuität zu ursprünglichem Handwerk.
Dieses konnte die Gemeinde durch das Projekt "Sebastian Hann" stabilisieren. Vermittels der Produktpalette könnt Ihr sehen was etwa hergestellt wird und - warum nicht - auch etwas bestellen. Die Frauen und Männer, die die Waren herstellen freuen sich über jede Bestellung.

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Die „ Sebastian Hann“ Handwerkstube feiert 10 Jahre Bestehen!

Den Heltauern Bürgern bekannt als einzige Buchhandlung und Verleihstelle für Faschingskostüme, den Touristen als Informationszentrum und allgemein als Anbieter von traditionellem Handwerk, hat der Laden über die Jahre vielen Menschen Wichtiges, oft Nötiges angeboten und hat sich in deren Bewusstsein eingebürgert. Hört man sich bei Heltauern um, sind sie dankbar für die Bücher in rumänischer und deutscher Sprache, die sie ihren Kindern und Enkelkindern kaufen können. Trifft man Touristen, erzählen sie begeistert von ihrem Einkauf und den erhaltenen Informationen über Stadt und Umgebung.

Diese Feier bietet sowohl Anlass zum Rückblick als auch zum Ausblick. Das Sebastian Hann Projekt entstand in einer Zeit, als die Stadt Heltau von massiven Entlassungen betroffen war. Die Industrie landesweit sollte den neuen Prinzipien der Weltwirtschaft angepasst werden. Die Textilindustrie Heltaus brach zusammen, viele Menschen, hauptsächlich Frauen blieben arbeitslos. Pfr. Dr. Stefan Cosoroaba erkannte im Zusammenbruch den gesellschaftlichen Umbruch und die Notwendigkeit zur Neudefinierung. Durch einen Neuanfang sollten Arbeitsplätze geschafft werden, die zugleich moralische und finanzielle Hilfe den betroffenen Frauen bringen konnten, als auch dem Bewahren des sächsischen Handwerks dienen sollten. Zu der Zeit wurde der Kreis der arbeitslosen Frauen unter der Schirmherrschaft des Evangelischen Pfarramtes und des Hilfsvereins Initiativa Christiana gegründet. Dieser wurde von verschiedenen Sponsoren unterstützt, darunter Augustiner Brauerei, dem Deutschen Weltgebetstagskomitee und dem Kolping Verein das Startkapital kam vom Konsulat der BRD Hermannstadt, von evangelischen Kirchengemeinden aus Deutschland, von Touristen und Privatpersonen. Damit konnten die Firmengründung und der Ankauf von Webstühlen gesichert werden. Allen sei auch hiermit nochmals gedankt.

Der Namensgeber, Sebastian Hann, war einer der bekanntesten Goldschmiede des 17. - 18. Jahrhunderts. Als Gründungstag der Firma gilt der 1. März 2000. Mit Hilfe der Webstühle aus Holz wurden typisch sächsische Erzeugnisse gewebt, die sowohl im eigenen Laden, als auch in Heimatmuseen und auf Jahrmärkten an Touristen verkauft wurden.  Anfangs haben 20 Frauen mitgemacht. Es wurden Tischläufer, Tischtücher und Trachtenhemden gewebt und gestickt, Faschingskostüme genäht, touristische Informationen über Stadt und Umgebung weitergegeben, Deko-Artikel und Bücher verkauft. Durch diese breit gefächerte Aktivität konnten Arbeitsplätze finanziert werden. Der Profit wurde Spende an die Kirchengemeinde überreicht. Das Projekt hat sich im Laufe der Jahre bei verschiedenen Veranstaltungen und auch im Fernsehen bekannt gemacht. Jedoch haben die Verantwortlichen auch Schwierigkeiten bewältigen müssen, wie z.B. die Steuergesetze des Landes und viele anfallende Nebenkosten. Da sowohl die Touristen als auch die Bürger der Stadt durch dieses Projekt bereichert wurden, sehen die Verantwortlichen ihre Aufgabe darin, diese Arbeit weiter führen zu müssen. Dank gebührt nicht nur den Sponsoren, die es anfangs überhaupt ermöglicht haben, sondern auch dem Evangelischen Pfarramt für die jahrelange Unterstützung, den Käufern, den Interessierten, den Großen und Kleinen, die den Laden besucht, das Handwerk bewundert, Kostüme gemietet, Bücher gekauft haben.

Als Pfr. Dr. Stefan Cosoroaba in Zusammenarbeit mit den Frauen und einem stadtübergreifendem Vorstand  das mutige Projekt angingen, wurden Hoffnungen und Vertrauen investiert. Zu der Zeit konnte niemand voraussagen, ob oder wie lange es funktionieren könnte.  Zeit bringt Rat, Zeit bringt Tat, und heuer wird ein zehnjähriges Jubiläum gefeiert. Ihnen allen gebührt Gratulation und Dank für ihren Einsatz für die Stadt und deren Menschen. Herzlichen Glückwunsch und alles Gute!

 
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Das "Sebastian Hann" Projekt, welches die angebotenen Waren herstellt, lebt von zwei Richtungen her. Zuerst ist es die Fortführung des "Selbsthilfekreises Arbeitsloser Frauen Heltau", gegründet um die Not der Arbeitslosigkeit und ihre Folgen zu mildern. Dann aber ist es auch die Fortführung jenes großen Gedankens von Emil Sigerus, der durch den "Sebastian Hann Verein" echte Volkskunst und Handwerk stützte. Das heutige Projekt, unter der Schirmherrschaft der evangelischen Kirche Heltau, versucht durch Fortführung der guten alten siebenbürgischen Handwerkstraditionen Menschen würdige Arbeit zu geben.

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Vom Arbeitslosenprojekt zum Kunsthandwerk

Der Arbeitslosenkreis

1998 gab es Massenentlassungen aus den Textilwerken Heltaus. Von rund 5500 Angestellten blieben 500 um den Betrieb abzuwickeln. Bei einer Bevölkerung von 15.000 Einwohnern, wobei der Arbeitsmarkt schon vorher ausgetrocknet war: eine Katastrophe. So stieg die Arbeitslosenrate auf circa 80%. Da aus dem Textilwerk vorwiegend Frauen entlassen wurden gründete die Kirchengemeinde Heltau einen ökumenischen Arbeitslosenkreis. In kürzester Zeit trafen sich rund 80 Frauen unter dem Dach der Kirche. Der Inhalt der Treffen war vielfältig. Gruppentherapie, Arbeitsmarktkontake, Übungen für Vorstellungsgespräche, Feste und sozialer Einsatz wechselten einander ab.

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