Start  ›  Kirche  ›  Schätze
Kirche

Schätze

Hinter dicken Mauern bewahrt unsere Gemeinde Kostbarkeiten aus acht Jahrhunderten: Fresken, Handschriften, sakrale Geräte und einmalige Kunstwerke. Zeugen gelebten Glaubens, die bis heute erhalten sind.

1520 & 1879

Die Altäre

Der spätgotische Braller Altar und der neugotische Heltauer Altar, zwei Flügelaltäre, die von der wechselvollen Geschichte der Kirche erzählen.

Mehr erfahren →
Mittelalter

Die Fresken

Wandmalereien aus dem Mittelalter, die unter späteren Schichten verborgen waren und heute von der frühen Glaubenswelt der Gemeinde erzählen.

Historisch

Die Orgeln

Das Herzstück unserer Kirchenmusik, historisches Pfeifenwerk, über Generationen gepflegt. Die Kirchenburg beherbergt zwei historische Instrumente: die große Wegenstein-Orgel von 1944 auf der Westempore und die kleine Barockorgel von Johannes Hahn Junior, ein einzigartiges Ensemble siebenbürgischer Orgelkunst. Die Wegenstein-Orgel entstand als Ersatz für die Vorgängerorgel, die 1942 abbrannte, und wurde 2014/15 durch den Orgelbauer Bors László umfassend repariert. Beide Instrumente sind in spielbarem Zustand und erklingen bis heute in Gottesdiensten und Konzerten. Aktuell laufen weitere Restaurierungsarbeiten, um ihren vollen Klang zu bewahren.

Mehr erfahren →
12. Jahrhundert

Heltauer Bildstein

In der südlichen Vorhalle befindet sich ein sargförmiger Grabstein mit eingemeißeltem Andreaskreuz und stilisierter Gesichtsmaske. Die archaische Gestaltung ähnelt Funden aus dem mittelalterlichen Rheinland, einer der ältesten erhaltenen Grabsteine Siebenbürgens.

Gefunden wurde der Stein in der Zwischenkriegszeit beim Ausheben der Fundamente der Gromenschen Seidenweberei, auf dem Gelände des 1862 aufgelassenen Friedhofs, in etwa einem Meter Tiefe. Er ist 1,72 m lang und am Kopfende 0,63 m breit. Auf der Oberseite ist in Flachrelief ein Kreuz mit kurzen Querbalken und ausladenden, an den Rändern eingewölbten Längsarmen ausgehauen; in der oberen Wölbung sitzt eine schlichte Gesichtsmaske.

Der Stein ist verwandt mit einer Grabplatte in Faha (Kreis Merzig-Wadern, zwischen Mosel und Saar) und einer weiteren in Irschen (Kärnten) — ein Hinweis auf die Urheimat der späteren Heltauer Sachsen in diesem Gebiet, 12.–13. Jahrhundert.

Wird im Rahmen der Museumsführungen fachkundig erläutert.

12. Jahrhundert

Das romanische Vortragekreuz
„Einwandererkreuz"

Das aus dem 12. Jahrhundert stammende Prozessionskreuz gilt als das älteste erhaltene Kunstobjekt der Siebenbürger Sachsen. Holzkern mit getriebenen Kupferplatten, grünlicher Patina, dreilappigen Kreuzarmen mit blauen Halbedelsteinen und einer Christusdarstellung mit venezianischen und byzantinischen Einflüssen.

Das Kreuz wurde 2016 gestohlen und 2021 durch internationale Zusammenarbeit unversehrt sichergestellt. Aus Sicherheitsgründen wird es heute im Landeskirchlichen Museum im Teusch-Haus in Hermannstadt aufbewahrt.

1911 wurde bei einer Untersuchung der ältesten Kapelle der Kirchenburg eine Krypta mit Gebeinen entdeckt. Darunter fand man das stark beschädigte Kreuz — man hätte es beinahe weggeworfen, hätte der Kunsthistoriker Dr. Viktor Roth es nicht gerettet. Über einen Holzkern war dünnes Kupferblech getrieben: vorne der Gekreuzigte mit Heiligenschein, hinten das Lamm Gottes mit Siegesfahne, ursprünglich besetzt mit 32 farbigen Glasperlen.

Jahrzehntelang lag es frei auf dem Altar der Kirche, bewacht nur durch eine Alarmanlage. 1990 wurde es mit Hilfe von Bischof Joachim Heubach und des deutschen Botschafters Dr. Klaus Terfloth zur Restaurierung nach Deutschland gebracht; die Restauratoren datierten es auf die Mitte des 11. Jahrhunderts — damit gilt es als das älteste kunsthistorische Objekt der siebenbürgisch-sächsischen Kirche.

Standort: Landeskirchliches Museum · Teusch-Haus · Hermannstadt (Sibiu)
14. Jahrhundert

Mittelalterliche Handschriften

Das Heltauer Missale, ein reich illuminiertes Messbuch, das zu den wertvollsten liturgischen Handschriften Siebenbürgens gehört.

Das Heltauer Missale (Codex Heltensis) ist ein gut erhaltener Pergamentband in gotischer Minuskel, zweispaltig beschrieben mit 28 Zeilen pro Seite und blau bzw. rot ausgeführten Initialen. Ort, Zeit der Entstehung und der Name des Schreibers sind unbekannt.

Die Vorlage, nach der es entstand, war vom 9. bis 11. Jahrhundert im Raum Köln-Aachen-Lüttich in Gebrauch und geht letztlich auf Alkuin, den Lehrer und Ratgeber Karls des Großen, zurück. Zu einem vollständigen Messbuch wurde es wohl erst in Siebenbürgen ausgestaltet, nachdem die Siedler um die Mitte des 12. Jahrhunderts aus dem Magdeburgischen weiterzogen.

Sehen Sie die Schätze selbst

Viele dieser Kostbarkeiten können Sie bei einer Führung aus der Nähe betrachten. Wir erzählen Ihnen gern die Geschichte dahinter.

Führung anfragen